Quarterly Arcana
Nr. 1, Herbst 1994, 48 Seiten

Dieses Heft ist die erste Ausgabe einer Vierteljahreszeitschrift aus dem Hause GOBLIN-PRESS, die sich auch dem Horrorgenre widmet. Jedesmal soll eine Story ei-nes Autors im Mittelpunkt stehen, um die sich dann weitere Stories gruppieren.
Diesmal war es eine Geschichte von Pas-cal Gregory (Niemeier), der sich auch in einem Interview zu seiner Person äußert. Er ist ja auch Mitherausgeber des Horrorfanzines ORGASMIC NIGHTMARE, das unter manchen Fans regelrechten Kultstatus genießt. Seine Story, "Schwingen des Wahns", beschreibt die bizarre Beziehung eines alten, einsamen Mannes zu einem Geier und deren blutige Folgen; ein teuflischer Plan, der zum Ende eigentlich nur an-gedeutet wird, bricht sich seine Bahn...
Diese Geschichte ist die längste im Band, der Autor holt weit aus beim Erzählen, stilistisch ausgefeilt, wenn ich mir auch an man-chen Stellen eine gerafftere Erzähl-weise ge-wünscht hätte.
Boris Koch entführt den Leser in einer sprachlich sehr schönen Art und Weise in die Sphäre zwischen Leben und Tod. Wal-lace D. Byron greift ebenfalls das Thema vom "Lebendig begraben" auf, der Leser darf miterleben, wie ein Mann verzweifelt ver-sucht, dieses Schicksal von sich abzuwehren.
"Am See" (s. Illu vorige Seite) von Jörg Kleudgen ist eine kleine, aber feine Geschichte vom Mord an ei-ner werdenden Mutter, weil ihr Mann verhindern will, daß sie ein Monstrum zur Welt brin-gen kann. Die Geschichte beleuchtet mehr die psychische Seite des The-mas und beschreibt in wenigen Worten das Unfaß-bare.
Mit "Freddy" wird Wallace D. Byron fast humorig, aber das Lachen bleibt einem im Halse stecken ob der brachialen Gewalt, die ein zum teuflische Leben erwachter Schneemann über eine Familienidylle hereinbrechen läßt.
Den Abschluß bildet ein herbstliches Stimmungsbild, in dem ein älterer Mann von seiner wahren Identität erfährt.
Insgesamt befinden sich recht unterschiedliche Stories in dem Band, die aber allesamt einen herbstlichen Touch aufweisen, und einen gelungenen Gruselreigen ergeben. - Ach ja, illustriert wurde der Band von einem gewissen Thomas Hofmann...